Passagiere von Swiss und Lufthansa müssen sich auf zusätzliche Kosten einstellen. Seit dem 1. Juli gilt innerhalb der Lufthansa Group eine neue Gebührenregelung für Sitzplatzwechsel während des Check-ins. Betroffen sind Reisende der Economy- und Premium-Economy-Class auf ausgewählten Tarifen, die ihren automatisch zugewiesenen Sitzplatz kurzfristig ändern möchten. Die Maßnahme erweitert bestehende Zusatzgebühren und betrifft nun deutlich mehr Tarifklassen als bisher.
Neue Gebühren gelten für weitere Tarifklassen
Mit der Einführung der neuen Regelung bleibt die automatische Sitzplatzzuweisung beim Online- oder Flughafen-Check-in weiterhin kostenlos. Zusätzliche Kosten entstehen jedoch, wenn Passagiere den zugewiesenen Sitzplatz freiwillig gegen einen anderen verfügbaren Platz derselben Kategorie tauschen möchten.
Während diese Gebühren bislang ausschließlich für den sogenannten Light-Tarif galten, wurde die Regelung zum 1. Juli auf weitere Langstreckentarife ausgeweitet. Künftig sind auch Reisende mit den Tarifen Comfort, Comfort Plus und Green betroffen.
Nach Angaben der Fluggesellschaft richtet sich die Höhe der Gebühr nach verschiedenen Faktoren, darunter die jeweilige Flugstrecke und das Buchungsprofil. Einen einheitlichen Preis gibt es daher nicht.
Automatische Sitzplatzvergabe bleibt bestehen
Für Fluggäste ändert sich am grundsätzlichen Ablauf des Check-ins zunächst nichts. Jeder Passagier erhält weiterhin kostenlos einen Sitzplatz zugewiesen. Erst wenn nach der automatischen Vergabe ein anderer freier Platz ausgewählt wird, fällt künftig in den betroffenen Tarifen eine zusätzliche Gebühr an.
Mit dieser Änderung verfolgt die Lufthansa Group das Ziel, die Tarifstruktur stärker zu differenzieren und optionale Zusatzleistungen separat abzurechnen.
Diese Passagiere sind von den Gebühren ausgenommen
Nicht alle Reisenden müssen für einen Sitzplatzwechsel bezahlen. Wer bereits während der Buchung eine kostenpflichtige Sitzplatzreservierung vorgenommen hat, kann den reservierten Platz innerhalb derselben Sitzplatzkategorie weiterhin ohne zusätzliche Kosten ändern.
Ausgenommen bleiben außerdem Passagiere, die einen Flex-Tarif gebucht haben. In diesen Tarifen ist die Sitzplatzwahl weiterhin im Ticketpreis enthalten.
Auch Vielflieger mit einem entsprechenden Status innerhalb des Lufthansa-Programms – darunter HON Circle Member und Senatoren – profitieren weiterhin von einer kostenfreien Sitzplatzänderung im Rahmen ihrer Statusvorteile.
AfD gewinnt im ländlichen Raum an Präsenz: Politische Stimmung in Sachsen-Anhalt bleibt angespannt
Zusatzgebühren gewinnen weiter an Bedeutung
Die neue Regelung reiht sich in die Strategie der Lufthansa Group ein, zusätzliche Dienstleistungen zunehmend separat zu bepreisen. In den vergangenen Jahren haben viele internationale Fluggesellschaften ihre Einnahmen aus sogenannten Zusatzleistungen deutlich ausgebaut. Dazu zählen unter anderem Gebühren für Sitzplatzreservierungen, Aufgabegepäck, bevorzugtes Boarding oder Ticketänderungen.
Bereits im Frühjahr hatte der Konzern neue Stornierungsgebühren für bestimmte Langstreckentarife eingeführt. Diese wurden nach kurzer Zeit jedoch wieder zurückgenommen.
Mit der nun erweiterten Gebührenpflicht für Sitzplatzwechsel setzt die Airline-Gruppe ihren Kurs fort, optionale Serviceleistungen stärker vom eigentlichen Ticketpreis zu trennen.
Auswirkungen auf die Reiseplanung
Für Reisende bedeutet die Neuregelung vor allem eine frühzeitigere Planung der Sitzplatzwahl. Wer sicher neben Mitreisenden sitzen oder einen Fenster- beziehungsweise Gangplatz erhalten möchte, sollte diesen bereits während der Buchung reservieren.
Andernfalls bleibt zwar die kostenlose automatische Sitzplatzvergabe bestehen, kurzfristige Änderungen beim Check-in können jedoch – abhängig vom gebuchten Tarif – zusätzliche Kosten verursachen.
Insbesondere Familien, gemeinsam reisende Gruppen sowie Geschäftsreisende könnten dadurch häufiger bereits im Buchungsprozess eine kostenpflichtige Sitzplatzreservierung in Betracht ziehen.
Lufthansa Group setzt auf differenzierte Tarifmodelle
Die Anpassung der Gebührenstruktur zeigt den anhaltenden Trend innerhalb der Luftfahrtbranche, den Ticketpreis stärker von zusätzlichen Serviceleistungen zu trennen. Während die eigentliche Beförderung weiterhin den Kern des Flugtickets bildet, werden Komfortleistungen zunehmend individuell berechnet.
Mit der Ausweitung der Gebühren auf weitere Tarifklassen verändert sich damit auch für viele Passagiere von Swiss und Lufthansa die Planung rund um den Check-in und die Sitzplatzwahl.
