Tropennächte kehren zurück: Hitzewelle bringt schlaflose Nächte und Temperaturen bis 37 Grad

Die Schweiz steht vor einer intensiven Hitzewelle, die nicht nur tagsüber für außergewöhnlich hohe Temperaturen sorgt, sondern auch die Nächte erheblich belastet. Meteorologen erwarten in den kommenden Tagen vielerorts Höchstwerte von bis zu 35 Grad, regional sind sogar Temperaturen um 37 Grad möglich. Gleichzeitig steigt die Wahrscheinlichkeit sogenannter Tropennächte deutlich an – Nächte, in denen die Temperatur nicht unter 20 Grad sinkt.

Während sich viele Menschen tagsüber in Freibädern, Seen oder klimatisierten Räumen Abkühlung verschaffen können, stellt die anhaltende Wärme in den Nachtstunden eine besondere Belastung dar. Vor allem in dicht bebauten Städten und wärmespeichernden Regionen kann die Hitze selbst nach Mitternacht kaum entweichen.

Was sind Tropennächte?

Als Tropennacht bezeichnen Meteorologen eine Nacht, in der die Lufttemperatur auch bis zum frühen Morgen nicht unter 20 Grad Celsius fällt. Solche Wetterlagen treten vor allem während längerer Hitzeperioden auf und können die Erholung des Körpers erheblich beeinträchtigen.

Normalerweise sinken die Temperaturen nachts deutlich ab, wodurch Gebäude auskühlen und der menschliche Organismus sich regenerieren kann. Bleibt diese natürliche Abkühlung aus, speichern Häuser und Straßen weiterhin Wärme, wodurch sich Wohnräume oft kaum noch ausreichend abkühlen.

Insbesondere ältere Menschen, Kinder sowie Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden häufig stärker unter anhaltend hohen Nachttemperaturen.

Hitzewelle erreicht ihren Höhepunkt

Nach den aktuellen Wetterprognosen bleibt die hochsommerliche Wetterlage bis mindestens Mitte der kommenden Woche bestehen. Vielerorts werden Temperaturen von über 35 Grad erwartet.

Die warme Luft gelangt aus südwestlicher Richtung nach Mitteleuropa und bringt gleichzeitig feuchte Mittelmeerluft mit sich. Dadurch steigt neben den Temperaturen auch die Luftfeuchtigkeit deutlich an.

Diese Kombination aus Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit wird von vielen Menschen als besonders belastend empfunden, da der Körper überschüssige Wärme schlechter über das Schwitzen abgeben kann.

Meteorologen rechnen deshalb in zahlreichen Regionen der Schweiz mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für Tropennächte.

Welche Regionen besonders betroffen sind

Besonders häufig treten Tropennächte in Gebieten auf, die Wärme besonders gut speichern oder aufgrund ihrer geografischen Lage nur langsam auskühlen.

Dazu zählen unter anderem:

  • Regionen rund um den Genfersee
  • Das Tessin
  • Teile der Ostschweiz, unter anderem im Raum St. Gallen
  • Hanglagen
  • Große Städte mit dichter Bebauung

Vor allem urbane Gebiete entwickeln im Sommer sogenannte Wärmeinseln. Beton, Asphalt und Gebäude speichern tagsüber große Mengen Sonnenenergie und geben diese erst langsam wieder an die Umgebung ab.

Dadurch können die Temperaturen in Städten während der Nacht um fünf bis sieben Grad höher liegen als im ländlichen Umland.

Warum Wohnungen nachts oft nicht mehr abkühlen

Ein großes Problem während längerer Hitzeperioden besteht darin, dass sich Gebäude im Laufe des Tages stark aufheizen.

Sind Wände, Dächer und Fenster einmal erwärmt, geben sie die gespeicherte Wärme über viele Stunden hinweg wieder ab. Bleiben auch die Außentemperaturen hoch, kann kaum frische Luft in die Wohnung gelangen.

Besonders Dachgeschosswohnungen und schlecht gedämmte Gebäude erreichen deshalb häufig auch nachts noch Temperaturen, die als unangenehm oder sogar gesundheitlich belastend empfunden werden.

Wie warm es tatsächlich in einer Wohnung wird, hängt allerdings von mehreren Faktoren ab. Neben der Lage spielen unter anderem die Bauweise, die Dämmung, die Ausrichtung der Fenster sowie die Sonneneinstrahlung eine wichtige Rolle.

So lässt sich die Hitze in der Wohnung reduzieren

Experten empfehlen, bereits am frühen Morgen Maßnahmen zu ergreifen, bevor die intensive Sonneneinstrahlung beginnt.

Zu den wichtigsten Tipps gehören:

  • Fenster und Rollläden tagsüber geschlossen halten.
  • Räume möglichst früh morgens oder spät nachts gründlich durchlüften.
  • Nur lüften, wenn die Außentemperatur tatsächlich niedriger ist als die Raumtemperatur.
  • Sonnenschutz an Fenstern nutzen.
  • Elektrische Geräte möglichst sparsam verwenden, da sie zusätzliche Wärme erzeugen.

Wer über keine Klimaanlage verfügt, kann Ventilatoren zur Luftbewegung einsetzen. Sie senken zwar nicht die Raumtemperatur, können das persönliche Wärmeempfinden jedoch verbessern.

Ausreichend trinken bleibt besonders wichtig

Während Hitzeperioden verliert der menschliche Körper durch das Schwitzen deutlich mehr Flüssigkeit als gewöhnlich.

Deshalb empfehlen Fachleute, regelmäßig Wasser zu trinken und nicht erst zu warten, bis Durst entsteht. Für viele Erwachsene gelten mindestens 1,5 bis 2 Liter Flüssigkeit pro Tag als Orientierung, bei großer Hitze oder körperlicher Belastung kann der Bedarf jedoch deutlich höher liegen.

Auch leichte Kleidung, das Vermeiden körperlicher Anstrengung während der heißesten Tagesstunden sowie Aufenthalte im Schatten können helfen, den Organismus zu entlasten.

Städte kämpfen zunehmend mit Hitzeinseln

Die zunehmende Zahl heißer Sommertage stellt insbesondere Städte vor große Herausforderungen.

Versiegelte Flächen wie Straßen, Parkplätze oder Gebäude speichern tagsüber enorme Wärmemengen. Gleichzeitig fehlt es häufig an Grünflächen und Bäumen, die durch Verdunstung für natürliche Kühlung sorgen könnten.

Dadurch bleiben die Temperaturen in Städten selbst während der Nacht deutlich höher als in umliegenden Regionen.

Stadtplaner setzen deshalb zunehmend auf Maßnahmen wie Dachbegrünungen, zusätzliche Bäume, Parks und wasserdurchlässige Flächen, um den sogenannten Wärmeinseleffekt langfristig zu verringern.

Tropennächte können den Schlaf erheblich beeinträchtigen

Hohe Nachttemperaturen wirken sich häufig direkt auf die Schlafqualität aus.

Kann der Körper seine Temperatur nicht ausreichend senken, fällt vielen Menschen das Einschlafen schwer. Gleichzeitig wird der Schlaf unruhiger, wodurch sich Betroffene am nächsten Morgen häufig weniger erholt fühlen.

Mehrere aufeinanderfolgende Tropennächte können die körperliche Belastung zusätzlich erhöhen. Konzentrationsprobleme, Müdigkeit und Kreislaufbeschwerden treten dann häufiger auf.

Besonders ältere Menschen sowie Personen mit chronischen Erkrankungen sollten daher während längerer Hitzephasen auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr, regelmäßige Erholung und möglichst kühle Aufenthaltsräume achten.

Meteorologen beobachten Wetterentwicklung genau

Wie lange die aktuelle Hitzewelle anhält, lässt sich derzeit noch nicht endgültig vorhersagen.

Nach den aktuellen Prognosen dürfte das hochsommerliche Wetter jedoch zunächst bestehen bleiben. Damit steigt auch die Wahrscheinlichkeit weiterer Tropennächte in zahlreichen Regionen der Schweiz.

Die Wetterdienste beobachten die Entwicklung fortlaufend und informieren über mögliche Änderungen der Prognosen. Sollten die hohen Temperaturen über mehrere Tage anhalten, könnten zusätzliche Hitzewarnungen ausgesprochen werden.

Die bevorstehende Hitzewelle bringt nicht nur außergewöhnlich hohe Tageshöchsttemperaturen von bis zu 37 Grad, sondern auch zahlreiche Tropennächte, in denen die Temperaturen selbst in den frühen Morgenstunden nicht unter 20 Grad sinken. Besonders Städte und Hanglagen sind von der anhaltenden Wärme betroffen, da Gebäude und versiegelte Flächen die Hitze lange speichern.

Fachleute empfehlen, Wohnräume bereits tagsüber vor Sonneneinstrahlung zu schützen, nur in den kühlen Morgenstunden zu lüften und ausreichend Wasser zu trinken. Gerade während mehrerer aufeinanderfolgender Tropennächte spielt die nächtliche Erholung eine wichtige Rolle, um den Körper vor den Belastungen extremer Hitze zu schützen.