Sturm hält gegen Fenerbahçe lange dagegen
Nach der Niederlage im Hinspiel in Istanbul musste Sturm Graz im Rückspiel früh versuchen, den Rückstand aufzuholen. Trainer Fabio Ingolitsch veränderte seine Mannschaft auf drei Positionen und setzte auf eine offensivere Ausrichtung.
Arjan Malic und Sommer-Neuzugang Petar Petrovic rückten in die Defensive. Im Angriff erhielt Axel Kayombo den Vorzug, dessen Geschwindigkeit für zusätzliche Gefahr sorgen sollte.
Sturm begann im Vergleich zum ersten Duell deutlich mutiger. Die Grazer attackierten den türkischen Vizemeister früher und konnten sich häufiger in der gegnerischen Hälfte festsetzen.
Die erste große Chance hatte allerdings Fenerbahçe. In der 11. Minute zwang Talisca Sturm-Torhüter Daniil Chudjakow mit einem Flachschuss zu einer Parade.
Fenerbahçe wird vor der Pause gefährlich
Die türkische Mannschaft übernahm anschließend zunehmend die Kontrolle über den Ball und erspielte sich weitere Möglichkeiten.
Nach 24 Minuten tauchte Kerem Aktürkoğlu frei vor Chudjakow auf. Der Sturm-Torhüter reagierte stark und verhinderte mit einer weiteren Parade den möglichen Führungstreffer der Gäste.
Sturm Graz hatte danach mehr Spielanteile und kam selbst zu mehreren Möglichkeiten. Die Abschlüsse waren jedoch nicht präzise genug, um Fenerbahçe ernsthaft unter Druck zu setzen.
Seedy Jatta und Jon Gorenc Stankovic kamen nach Standardsituationen zu Kopfballchancen. Emran Soglo und Kayombo versuchten es außerdem aus der Distanz. Fenerbahçe-Torhüter Mert Günok musste dabei jedoch nicht entscheidend eingreifen.
Sturm verpasst Führung nach der Pause
Nach dem Seitenwechsel blieb Sturm bemüht, den notwendigen Treffer zu erzielen. Bereits kurz nach Wiederbeginn ergab sich eine gute Möglichkeit.
In der 48. Minute wurde ein Stanglpass von Jacob Peter Hödl im letzten Moment von Archie Brown geklärt. Zwei Minuten später setzte Arjan Malic einen Kopfball knapp am langen Eck vorbei.
Damit blieb Sturm weiterhin ohne Tor, obwohl die Grazer über längere Phasen offensiv präsent waren.
Fenerbahçe blieb gleichzeitig gefährlich und suchte immer wieder den direkten Weg zum Tor. In der 59. Minute setzte Talisca einen Abschluss über das Tor.
Wenig später sollte der Brasilianer jedoch zur entscheidenden Figur des Spiels werden.
Talisca entscheidet das Spiel per Elfmeter
In der 66. Minute kam Petar Petrovic im Strafraum gegen Talisca zu spät. Der Schiedsrichter entschied auf Elfmeter.
Talisca übernahm selbst die Verantwortung und verwandelte den Strafstoß sicher. Damit erhöhte Fenerbahçe seinen Vorsprung im Rückspiel auf 1:0 und lag insgesamt bereits mit 3:0 vorne.
Für Sturm wurde die Aufgabe damit noch schwieriger. Die Grazer benötigten nun drei Tore, um die Begegnung über die gesamte Qualifikationsrunde noch zu drehen.
Sturm kämpft bis zum Schluss
Trotz des Rückstands gab sich die Mannschaft von Fabio Ingolitsch nicht auf. In der 76. Minute bot sich Belmin Beganovic die beste Möglichkeit auf den Ausgleich.
Der eingewechselte Offensivspieler scheiterte jedoch an Fenerbahçe-Torhüter Mert Günok.
Auch Fenerbahçe hatte in der Schlussphase noch Möglichkeiten. In der 87. Minute kam Kerem Aktürkoğlu erneut gefährlich vor das Sturm-Tor, doch Chudjakow blieb im direkten Duell Sieger.
Der Sturm-Torhüter hatte damit mehrfach entscheidend verhindert, dass Fenerbahçe die Partie bereits früher für sich entschied.
Champions-League-Traum endet nach 0:3
Nach dem Schlusspfiff stand fest, dass Sturm Graz den Einzug in die Champions League verpasst hat. Nach dem 0:2 in Istanbul und dem 0:1 im Rückspiel lautet das Gesamtergebnis 0:3.
Besonders im zweiten Spiel zeigte Sturm eine deutlich bessere Leistung als im Hinspiel und konnte dem favorisierten Gegner über weite Strecken auf Augenhöhe begegnen. Entscheidend war letztlich die fehlende Effizienz vor dem Tor.
Fenerbahçe bleibt damit im Rennen um einen Platz in der Champions-League-Ligaphase. Der türkische Traditionsverein ist gegen österreichische Klubs weiterhin ungeschlagen und erreichte im zehnten Duell mit einem rot-weiß-roten Vertreter erneut ein positives Ergebnis.
Europa League als nächster Europacup-Schritt
Für Sturm Graz endet die internationale Saison damit nicht. Der österreichische Klub hat einen Platz in der Ligaphase der Europa League sicher.
Damit erhält die Mannschaft trotz des Ausscheidens aus der Champions-League-Qualifikation die Möglichkeit, weiterhin auf europäischer Ebene anzutreten.
Für Trainer Fabio Ingolitsch und seine Mannschaft richtet sich der Fokus nun auf die kommenden Aufgaben in der Europa League und im nationalen Wettbewerb. Der Auftritt gegen Fenerbahçe zeigte dabei, dass Sturm auch gegen einen finanziell deutlich stärker aufgestellten Gegner über längere Phasen konkurrenzfähig sein kann.
