Der Reiseverkehr zum Beginn der Sommerferien hat am Samstag erneut zu erheblichen Verkehrsbehinderungen am Gotthard-Strassentunnel geführt. Vor dem Nordportal bildete sich im Laufe des Tages ein Stau von bis zu 20 Kilometern, ehe sich die Kolonne am Mittag leicht auf 18 Kilometer verkürzte. Autofahrer mussten zeitweise Wartezeiten von bis zu drei Stunden einplanen.
Verkehrslage verschärfte sich bereits in den frühen Morgenstunden
Schon in den frühen Morgenstunden nahm das Verkehrsaufkommen auf der Autobahn A2 deutlich zu. Bereits gegen 3 Uhr bildete sich vor dem Nordportal des Gotthard-Strassentunnels eine mehrere Kilometer lange Fahrzeugkolonne. Im weiteren Verlauf des Morgens wuchs der Stau kontinuierlich an, da immer mehr Reisende die wichtige Nord-Süd-Verbindung in Richtung Italien nutzten.

Bereits kurz nach 4 Uhr erreichte die Staulänge rund zehn Kilometer. Mit jeder weiteren Stunde nahm die Belastung auf der Strecke zwischen Erstfeld und Göschenen weiter zu. Gegen 9 Uhr hatte sich die Fahrzeugkolonne auf rund 20 Kilometer ausgedehnt. Zu diesem Zeitpunkt mussten Autofahrer mit einer Wartezeit von rund drei Stunden rechnen. Am Mittag entspannte sich die Situation leicht, dennoch blieb der Rückstau mit etwa 18 Kilometern weiterhin erheblich.
Hohe Reisebereitschaft zum Ferienbeginn
Der Gotthard-Strassentunnel gehört zu den wichtigsten Verkehrsachsen zwischen der Nordschweiz und dem Süden Europas. Besonders während der Sommerferien steigt das Verkehrsaufkommen regelmässig deutlich an, da zahlreiche Reisende auf dem Weg nach Italien oder in andere Ferienregionen die Strecke nutzen.
Mit dem Ferienbeginn in mehreren europäischen Regionen nahm der Reiseverkehr auch an diesem Wochenende stark zu. Lange Wartezeiten vor dem Nordportal gelten in dieser Jahreszeit als wiederkehrendes Phänomen. Bereits in den frühen Morgenstunden zeigte sich, dass viele Verkehrsteilnehmer ihre Reise möglichst früh antreten wollten, um grössere Verzögerungen zu vermeiden. Dennoch führte das hohe Verkehrsaufkommen bereits kurz nach Tagesanbruch zu erheblichen Behinderungen.
Verkehr stockte auch in Richtung Norden
Nicht nur Reisende in Richtung Süden waren von Verzögerungen betroffen. Auch auf der Nordseite des Tunnels kam es im Tagesverlauf zu Verkehrsbehinderungen.
Vor dem Portal in Faido bildete sich zeitweise ein Rückstau von mehr als vier Kilometern. Die Wartezeit betrug dort rund 40 Minuten. Damit waren beide Fahrtrichtungen von einem erhöhten Verkehrsaufkommen betroffen, auch wenn sich die Situation auf der Nordseite weniger ausgeprägt zeigte als vor dem Nordportal.
Ausweichroute über die A13 zunehmend belastet
Mit der wachsenden Staulänge entschieden sich zahlreiche Autofahrer für alternative Routen. Dadurch nahm im Verlauf des Nachmittags auch die Verkehrsbelastung auf der Autobahn A13 über den San-Bernardino deutlich zu.
Zwischen Trimmis und Scharans kam es auf mehreren Abschnitten zu Verkehrsüberlastungen. Reisenden wurde empfohlen, auf der Autobahn zu bleiben und unnötige Ausweichfahrten über das untergeordnete Strassennetz zu vermeiden. Erfahrungsgemäss kann zusätzlicher Ausweichverkehr in den umliegenden Gemeinden zu weiteren Verzögerungen führen und den lokalen Verkehr erheblich beeinträchtigen.
Baustelle im Tunnel beeinflusst den Verkehrsfluss
Neben dem hohen Ferienverkehr wirkt sich derzeit auch eine Baustelle im Gotthard-Strassentunnel auf den Verkehrsablauf aus. Im Tunnel steht aufgrund der Bauarbeiten eine verengte Fahrbahn zur Verfügung.
Diese Bauphase soll nach aktuellem Stand bis Ende 2028 andauern. Obwohl der Tunnel weiterhin für den Verkehr geöffnet bleibt, kann die eingeschränkte Verkehrsführung insbesondere an Tagen mit hohem Reiseaufkommen zu längeren Wartezeiten beitragen. In Kombination mit dem starken Ferienverkehr erhöht dies die Wahrscheinlichkeit umfangreicher Rückstaus vor den Tunnelportalen.
Reisende berichten von langen Verzögerungen
Viele Verkehrsteilnehmer mussten ihre Reisepläne an die aussergewöhnlich hohe Verkehrsbelastung anpassen. Einige befanden sich auf dem Weg in die Ferien, andere wollten lediglich Ausflugsziele in der Region erreichen.
So berichteten einzelne Reisende, dass sie trotz anderer Ziele in den Ferienverkehr gerieten und aufgrund gesperrter oder stark belasteter Nebenstrassen kaum Ausweichmöglichkeiten hatten. Teilweise standen Fahrzeuge bereits in den frühen Morgenstunden nahezu ohne Bewegung auf der Autobahn. Während einige Autofahrer die Wartezeit mit Geduld überbrückten, war die Situation für viele mit erheblichen Verzögerungen verbunden.
Trotz der langen Wartezeiten hielten zahlreiche Reisende an ihren ursprünglichen Plänen fest und setzten ihre Fahrt nach einer entsprechenden Verzögerung fort.
Gotthard bleibt zentrale Verbindung durch die Alpen
Der Gotthard-Strassentunnel zählt zu den bedeutendsten Nord-Süd-Verbindungen Europas und verbindet die Zentralschweiz mit dem Kanton Tessin. Vor allem während der Ferienmonate erreicht das Verkehrsaufkommen regelmässig sehr hohe Werte. Durch die Kombination aus saisonal starkem Reiseverkehr, laufenden Bauarbeiten und begrenzten Ausweichmöglichkeiten entstehen an Spitzentagen häufig kilometerlange Fahrzeugkolonnen.
Verkehrsbehörden empfehlen Reisenden deshalb, ihre Abfahrtszeiten nach Möglichkeit flexibel zu planen und sich vor Reisebeginn über die aktuelle Verkehrslage zu informieren. Bei besonders langen Wartezeiten können alternative Alpenrouten eine Möglichkeit sein, den Verkehr rund um den Gotthard zu umgehen.

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