Die Weltgesundheitsorganisation World Health Organization hat den aktuellen Ebola Ausbruch in Afrika als einen Gesundheitsnotstand von internationaler Tragweite eingestuft. Die Situation sorgt weltweit für Aufmerksamkeit, nachdem sich die Zahl der Verdachtsfälle und Todesopfer in den vergangenen Wochen erhöht hat.
Nach Angaben der Gesundheitsbehörden begann der Ausbruch in der Democratic Republic of the Congo. Besonders betroffen ist derzeit die Provinz Ituri im Nordosten des Landes. Bislang wurden rund 250 Verdachts und bestätigte Fälle registriert. Etwa 80 Menschen sind bisher an den Folgen der Krankheit gestorben.
Experten warnen jedoch davor, dass die tatsächliche Zahl deutlich höher sein könnte. Nach Einschätzung der WHO deutet der kontinuierliche Anstieg neuer Verdachtsfälle darauf hin, dass möglicherweise nicht alle Infektionen offiziell erfasst wurden.
Erste Fälle außerhalb der betroffenen Region gemeldet
Besonders besorgniserregend ist die Tatsache, dass das Virus bereits außerhalb der ursprünglichen Ausbruchsregion nachgewiesen wurde.
Ein bestätigter Fall wurde in der Hauptstadt Kinshasa registriert, die sich weit entfernt vom ursprünglichen Ausbruchsort befindet.
Zusätzlich reisten zwei infizierte Personen nach Uganda, was die Sorge vor einer grenzüberschreitenden Ausbreitung verstärkt hat.
Die WHO betont jedoch, dass dies aktuell noch keine globale Pandemie darstellt. Dennoch beobachten internationale Gesundheitsbehörden die Entwicklung sehr genau.
Reisewarnungen für betroffene Regionen
Das deutsche Federal Foreign Office warnt derzeit vor Reisen in besonders betroffene Regionen der Demokratischen Republik Kongo.
Vor allem Reisen in die Provinz Ituri sollten vermieden werden, sofern sie nicht zwingend notwendig sind.
Behörden empfehlen Reisenden:
Nicht notwendige Reisen in betroffene Gebiete zu verschieben
Krankenhäuser und medizinische Einrichtungen nur bei dringendem Bedarf aufzusuchen
Große Menschenansammlungen zu vermeiden
Bestattungen fernzubleiben
Kontakt mit erkrankten Personen konsequent zu vermeiden
Keinen Kontakt mit Körperflüssigkeiten infizierter Personen zu haben
Keine Wildtiere anzufassen
Keinen Verzehr von Wildtierprodukten vorzunehmen
Gesundheitsexperten weisen darauf hin, dass besonders Grenzregionen gefährdet bleiben.
Zu den betroffenen oder gefährdeten Nachbarstaaten gehören:
Angola
Republic of the Congo
Central African Republic
South Sudan
Uganda
Rwanda
Burundi
Tanzania
Zambia
Auch Kenya wird aufgrund regionaler Reisebewegungen weiterhin aufmerksam beobachtet.
Wie Ebola übertragen wird
Das Ebola Virus wird durch direkten Kontakt mit infiziertem Blut oder anderen Körperflüssigkeiten übertragen.
Auch kontaminierte Gegenstände können eine Rolle spielen. Dazu zählen beispielsweise:
Kleidung
Bettwäsche
medizinische Instrumente
persönliche Gegenstände infizierter Personen
Auch der Kontakt mit infizierten Wildtieren kann zur Übertragung führen.
Besonders gefährlich sind Fledermäuse sowie bestimmte Wildtierarten.
Diese Symptome sollten ernst genommen werden
Die ersten Symptome treten häufig innerhalb von 2 bis 21 Tagen nach einer Infektion auf.
Zu den häufigsten frühen Anzeichen gehören:
Fieber
starke Müdigkeit
Kopfschmerzen
Muskelschmerzen
Halsschmerzen
Hautausschläge
Erbrechen
Durchfall
Im weiteren Verlauf kann sich der Zustand deutlich verschlechtern.
Schwere Verläufe können zu inneren Blutungen, Organversagen und im schlimmsten Fall zum Tod führen.
Gesundheitsexperten empfehlen Reisenden, nach einem Aufenthalt in betroffenen Regionen bei Symptomen sofort medizinische Hilfe zu suchen und vorher telefonisch Kontakt mit Ärzten aufzunehmen.
Bundibugyo Variante sorgt für zusätzliche Herausforderungen
Mittlerweile wurde bestätigt, dass es sich beim aktuellen Ausbruch um den seltenen Bundibugyo Stamm des Ebola Virus handelt.
Seit dem ersten bekannten Ebola Ausbruch im Jahr 1976 gab es in der Demokratischen Republik Kongo nur wenige Fälle dieser Virusvariante.
Experten erklären, dass diese Variante zwar eine niedrigere Sterblichkeitsrate als der bekanntere Zaire Stamm aufweist, dennoch bleibt die Situation ernst.
Während für den Zaire Stamm Impfstoffe und bestimmte Behandlungsmöglichkeiten existieren, steht für die Bundibugyo Variante derzeit kein zugelassener Impfstoff zur Verfügung.
Die medizinische Behandlung konzentriert sich deshalb hauptsächlich auf unterstützende Maßnahmen wie:
Flüssigkeitszufuhr
Stabilisierung des Blutdrucks
Sauerstoffversorgung
intensive medizinische Betreuung
Internationale Behörden beobachten Lage weiter
Internationale Gesundheitsorganisationen arbeiten derzeit daran, eine weitere Ausbreitung zu verhindern.
Grenzüberwachungen wurden verstärkt und lokale Gesundheitsbehörden setzen auf schnelle Isolation von Infizierten sowie die Nachverfolgung von Kontaktpersonen.
Experten betonen jedoch, dass Panik nicht angebracht sei. Für Menschen außerhalb der betroffenen Regionen bleibt das Risiko derzeit vergleichsweise gering.
Reisende sollten sich dennoch vor Aufenthalten in betroffenen Gebieten umfassend informieren und offizielle Warnhinweise beachten.
