Die Nationalmannschaft der Demokratischen Republik Kongo hat ihre geplante Vorbereitung im eigenen Land kurzfristig abgesagt. Grund dafür ist der erneute Ebola Ausbruch im Osten des zentralafrikanischen Staates. Wie der Verband mitteilte, wird das ursprünglich geplante Trainingslager in der Hauptstadt Kinshasa nicht stattfinden. Auch eine große Abschiedsveranstaltung mit Fans wurde gestrichen.
Die Entscheidung sorgt international für Aufmerksamkeit, denn die Demokratische Republik Kongo bereitet sich aktuell auf ihre erste Fußball Weltmeisterschaft seit mehr als fünf Jahrzehnten vor. Gleichzeitig wächst die Sorge vor einer weiteren Ausbreitung der gefährlichen Krankheit, die bereits zahlreiche Todesopfer gefordert hat.
Fußball Verband reagiert auf Gesundheitslage
Nach Angaben des Teamsprechers Jerry Kalemo wurde das dreitägige Trainingslager aus Sicherheitsgründen abgesagt. Die Mannschaft werde ihre weitere Vorbereitung stattdessen im Ausland absolvieren. Ziel sei es, Spielern, Betreuern und Mitarbeitern maximale Sicherheit zu bieten.
Die Entscheidung sei nach intensiven Gesprächen mit medizinischen Experten, Behörden und internationalen Organisationen getroffen worden. Vor allem die unsichere Entwicklung der Lage im Osten des Landes habe den Verband dazu bewegt, auf die geplanten Veranstaltungen in Kinshasa zu verzichten.
Auch wenn sich die Hauptstadt mehrere hundert Kilometer vom aktuellen Zentrum des Ausbruchs entfernt befindet, wollten die Verantwortlichen kein Risiko eingehen. Besonders internationale Spieler hätten große Bedenken geäußert.
Ebola sorgt erneut für Angst im Kongo
Das Ebola Virus gehört zu den gefährlichsten Infektionskrankheiten weltweit. Die Krankheit wird durch direkten Körperkontakt oder durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen. In vielen Fällen führt die Infektion zu schweren inneren Blutungen und Organversagen.
Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation wurden im Kongo und im benachbarten Uganda inzwischen mehr als 500 Verdachtsfälle registriert. Über 130 Menschen sollen bereits gestorben sein. Ein Teil der Fälle wurde inzwischen auch laborbestätigt.
Die neue Welle sorgt vor allem deshalb für große Sorgen, weil frühere Ebola Ausbrüche in der Region bereits tausende Menschenleben gefordert hatten. Experten warnen davor, dass die Krankheit sich erneut schnell verbreiten könnte, wenn nicht konsequent reagiert wird.
Nationalspieler leben fast alle im Ausland
Ein weiterer wichtiger Grund für die Absage des Trainingslagers ist die Tatsache, dass nahezu alle Nationalspieler der Demokratischen Republik Kongo im Ausland leben und arbeiten. Viele Profis stehen bei französischen Vereinen unter Vertrag, andere spielen in Belgien, der Türkei oder im Nahen Osten.
Auch Nationaltrainer Sébastien Desabre lebt außerhalb des Landes. Dadurch wäre die Einreise zahlreicher Spieler nach Kinshasa mit erhöhtem organisatorischem und medizinischem Aufwand verbunden gewesen.
Nach Informationen aus dem Umfeld der Mannschaft sollen einige Spieler sogar intern gefordert haben, komplett auf einen Aufenthalt im Kongo zu verzichten. Man wolle sich ausschließlich auf die sportliche Vorbereitung konzentrieren und unnötige Risiken vermeiden.
WM Vorbereitung wird ins Ausland verlegt
Die kongolesische Nationalmannschaft plant nun, ihre komplette WM Vorbereitung in Europa und später in Nordamerika fortzusetzen. Die ursprünglich vorgesehenen Testspiele sollen weiterhin stattfinden.
Am 3. Juni trifft die Mannschaft im belgischen Lüttich auf Dänemark. Wenige Tage später folgt ein weiteres Vorbereitungsspiel gegen Chile in Südspanien.
Die Verantwortlichen hoffen, dass die Mannschaft dadurch unter kontrollierten Bedingungen trainieren kann. Gleichzeitig sollen mögliche gesundheitliche Risiken minimiert werden.
Große Vorfreude auf die Weltmeisterschaft
Trotz der schwierigen Situation ist die Begeisterung rund um die Nationalmannschaft weiterhin enorm. Für die Demokratische Republik Kongo ist die Teilnahme an der Weltmeisterschaft historisch.
Zum ersten Mal seit 1974 konnte sich das Team wieder für das größte Fußballturnier der Welt qualifizieren. Damals trat das Land noch unter dem Namen Zaire an.
Viele Fans betrachten die Qualifikation als Symbol neuer Hoffnung für das Land, das seit Jahren mit politischen Konflikten, wirtschaftlichen Problemen und gesundheitlichen Krisen kämpft.
Die Nationalmannschaft genießt im Kongo einen besonderen Stellenwert. Fußball gilt dort als eines der wenigen Themen, das Menschen aus unterschiedlichen Regionen und politischen Lagern vereinen kann.
Schwierige Gruppe bei der WM
Sportlich wartet jedoch eine enorme Herausforderung auf die Mannschaft. In der Gruppenphase trifft die Demokratische Republik Kongo auf mehrere starke Gegner.
Das erste Spiel findet am 17. Juni in Houston gegen Portugal statt. Anschließend geht es gegen Kolumbien und Usbekistan weiter.
Besonders das Duell mit Portugal sorgt bereits für große Aufmerksamkeit. Viele Fans hoffen darauf, dass die afrikanische Mannschaft gegen die europäischen Favoriten überraschen kann.
Trainer Sébastien Desabre gilt als wichtiger Architekt des Erfolgs. Der französische Coach hatte die Mannschaft in den vergangenen Jahren stabilisiert und defensiv deutlich verbessert.
FIFA beobachtet die Lage genau
Auch der Weltfußballverband FIFA verfolgt die Entwicklung aufmerksam. In einer ersten Stellungnahme erklärte die Organisation, man stehe in engem Kontakt mit dem kongolesischen Verband.
Dabei gehe es vor allem um medizinische Sicherheitsmaßnahmen und organisatorische Fragen. Die FIFA wolle sicherstellen, dass alle Spieler und Betreuer ausreichend geschützt seien.
Aktuell gibt es nach Angaben der Verantwortlichen keine Hinweise darauf, dass die WM Teilnahme der Demokratischen Republik Kongo gefährdet sei. Dennoch werde die Situation täglich neu bewertet.
Internationale Experten rechnen damit, dass auch andere Sportveranstaltungen in der Region von möglichen Einschränkungen betroffen sein könnten, falls sich die Lage weiter verschärft.
Ebola beeinflusst erneut den Sport
Es ist nicht das erste Mal, dass Ebola Auswirkungen auf den internationalen Sport hat. Bereits bei früheren Ausbrüchen mussten zahlreiche Veranstaltungen abgesagt oder verlegt werden.
Vor allem in afrikanischen Ländern führten Gesundheitskrisen immer wieder zu organisatorischen Problemen im Fußball. Reisen, Trainingslager und internationale Spiele werden dadurch erheblich erschwert.
Viele Verbände verfügen nur über begrenzte finanzielle Möglichkeiten, um kurzfristig auf Krisen zu reagieren. Deshalb sind internationale Unterstützung und flexible Lösungen oft entscheidend.
Mannschaft will Fokus auf Fußball behalten
Trotz aller Sorgen versucht die kongolesische Nationalmannschaft, den sportlichen Fokus nicht zu verlieren. Spieler und Trainer betonen, dass die WM Teilnahme ein historischer Moment sei, auf den das gesamte Land stolz sein könne.
Mehrere Spieler erklärten zuletzt, sie wollten den Menschen im Kongo mit guten Leistungen Hoffnung und Freude schenken. Gerade in schwierigen Zeiten könne Fußball eine wichtige emotionale Bedeutung haben.
Trainer Desabre arbeitet derzeit intensiv daran, die Mannschaft mental auf die besonderen Umstände vorzubereiten. Neben der sportlichen Qualität soll vor allem der Teamgeist eine wichtige Rolle spielen.
Fans hoffen auf ein Fußball Wunder
Im Kongo verfolgen Millionen Menschen die Entwicklung rund um die Nationalmannschaft mit großer Spannung. Trotz der Gesundheitskrise hoffen viele Fans auf ein erfolgreiches Turnier.
In sozialen Netzwerken wird die Mannschaft bereits als Symbol des nationalen Zusammenhalts gefeiert. Viele Anhänger wünschen sich, dass die Spieler bei der WM für positive Schlagzeilen sorgen können.
Ob die Demokratische Republik Kongo sportlich überraschen kann, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Sicher ist jedoch schon jetzt, dass die Mannschaft unter außergewöhnlichen Bedingungen in das Turnier startet.
